Das 20. Kipper- und Baumaschinen-Treffen in Geilenkirchen
Im „Sandkasten für große Kinder“ von Franz Davids
Wie jedes Jahr nach Ostern fand auch 2026 bei Geilenkirchen im äußersten Westen Deutschlands ein großes Kippertreffen statt. Die Veranstaltung in der Sandgrube Franz Davids nahe der niederländischen Grenze wurde zum zwanzigsten Mal ausgetragen. Etwa 100 Fahrzeuge nahmen teil, darunter viele historische Bagger und Radlader sowie einige andere Nutzfahrzeug-Oldtimer, die nicht direkt zum Spektrum der Baumaschinen gehören. Bei strahlendem Sonnenschein wurden die Kipplastwagen mit Sand beladen, den sie an anderer Stelle wieder abluden. Überall in der weitläufigen Sandgrube war gleichzeitig Action, und alle Teilnehmer sowie die Zuschauer hatten sichtlich ihren Spaß. Unser freier Mitarbeiter Detlef Gerth war für truckinfocus.com vor Ort und hat uns mit guten Fotos und einem passenden Text beliefert.

Veranstalter des wohl größten Kippertreffens in Deutschland ist die Nutzfahrzeug Veteranen Gemeinschaft (NVG) in Zusammenarbeit mit dem Team von Auto-Obermann aus Mülheim an der Ruhr. Das Team kümmerte sich hervorragend um den gesamten Ablauf der Veranstaltung. Anders als bei manchen Kippertreffen, die aus gutem Grund nur den eingeladenen Teilnehmern bekannt sind, wurde Geilenkirchen auch in den Terminkalendern mancher Fachzeitschriften aufgeführt. Auf dem Gelände gibt es keine Absperrungen, sodass die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt ist. Theoretisch besteht also eine gewisse Unfallgefahr, da sich das Publikum ungehindert zwischen den umherfahrenden Baulastwagen sowie den in Aktion befindlichen Baggern und Ladern bewegen kann. Glücklicherweise ist noch nie etwas passiert, doch es ist verständlich, dass den Veranstaltern an großem Besucherandrang nicht gelegen ist – vor allem, wenn Kinder dabei sind, die womöglich unachtsam in der Sandgrube herumtollen.

Die meisten Zuschauer waren mit Fotoapparaten und Filmkameras erschienen, denn es gab jede Menge Motive bei herrlichem Wetter. Ich schätze, dass etwa hundert Fahrzeuge teilnahmen. Neben Kippern waren Seil- und Hydraulikbagger, Radlader in verschiedenen Größen und Planierraupen in Aktion zu sehen. Auch Traktoren und das eine oder andere Militärfahrzeug waren vor Ort, ebenso wie einige klassische Lieferwagen, die das Gesamtbild der Nutzfahrzeug-Oldtimer abrundeten.
Der aktuell hohe Dieselpreis hat vielleicht den einen oder anderen Teilnehmer davon abgehalten, zu kommen, aber echte Enthusiasten lassen sich davon sicher nicht abschrecken – zumal viele Fahrzeuge von aktiven Fuhrunternehmen stammten.
Bei den Lastwagen überwogen Frontlenker, vom Opel Blitz bis zum 38-Tonnen-Zug von Mercedes oder MAN. Haubenfahrzeuge, die bei früheren Treffen noch oft vertreten waren, bildeten in diesem Jahr eher die Ausnahme – ein Zeichen für den Wandel in der Lkw-Veteranen-Szene. Denn Youngtimer werden kontinuierlich zu Oldtimern.

Natürlich waren auch einige skandinavische Lkw-Hersteller vertreten, von denen viele noch eine Motorhaube hatten. Sie kamen vor allem aus den Niederlanden, denn die Grenze ist nur einen Katzensprung entfernt. Traditionell kommen zahlreiche Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen aus dem Lkw-begeisterten Nachbarland zum Kippertreffen nach Geilenkirchen. Zum Teil wurden die historischen Kipper auf Tiefladern transportiert, Geräte wie Radlader und Bagger ohnehin.




Mit Sand und Kies wurde im unteren Bereich der Grube beladen. Abgekippt hat man das Material an einer höher gelegenen Stelle. Auf dem Weg dorthin gab es eine Steigung, die den Filmemachern Gelegenheit bot, großartige Aufnahmen zu machen. Sie konnten den kernigen MAN-Sound, den Klang der langhubigen Mercedes-Motoren, das Heulen der luftgekühlten Magirus-Motoren sowie den satten Klang der V8-Motoren von Scania aufnehmen. Man wusste manchmal nicht, wohin man zuerst schauen oder hören sollte.




















Ein Großteil der Fahrzeuge war restauriert, einige hatten aber auch ihre echte Patina behalten. Was einem besser gefällt, ist Geschmacksache, dazu werde ich mich nicht äußern.
Bewundert habe ich die Baggerführer in den Seilzugbaggern, die virtuos die Hebel und Pedale bedienten. Heute hat man einen oder zwei Joysticks, aber früher brauchte man vier Hände und beide Füße, um die schweren Geräte zu bedienen.
Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt: Imbiss- und Getränkestände waren gut erreichbar und es gab dort auch eine Mitfahrhaltestelle. Interessierte Besucher hatten so die Möglichkeit, auf einer Tour durch die Sandgrube im Fahrerhaus eines Kippers mitzufahren. Diese Idee wurde gut angenommen und brachte sowohl den Fahrern als auch den Mitfahrenden Spaß und die Möglichkeit, neue Bekanntschaften unter Gleichgesinnten zu machen.
Ab etwa 16 Uhr trübte sich das Wetter ein und es begann leicht zu regnen. Langsam begannen die ersten Teilnehmer, sich für den Rückweg vorzubereiten. Nach sechs Stunden ging es für uns in einem inzwischen etwas eingestaubten Auto zurück nach Hause. Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei.
Text und Fotos: Detlef Gerth














