Italienische Omnibusse der 1950er- und 1960er-Jahre – Teil 2

Vom gestalterischen Überschwang zur funktionalen Disziplin

In den 1950er- und 1960er-Jahren erlebte der Automobilbau eine Phase außergewöhnlichen Formenreichtums, die bis heute Oldtimerfreunde und Kenner historischer Nutzfahrzeuge fasziniert. Besonders Omnibusse zeigen, wie Individualität, kreatives Design und handwerklicher Karosseriebau das Erscheinungsbild jener Epoche prägten. Talentierte Omnibus-Designer wirkten keineswegs nur in Italien, sondern schufen in vielen Ländern bemerkenswerte Aufbauten, die in kommenden Artikeln noch vorgestellt werden. Der vorliegende Text bildet den zweiten Teil einer Reihe über Italien und seine Omnibusse – aus einer Zeit, in der standardisierte, modulare Großserienfertigung den Busbau noch nicht 

Abweichend von unserer eigentlichen Thematik, dem Lkw, veröffentlichen wir von Zeit zu Zeit auch Beiträge zu verwandten Themen, wie beispielsweise dem Omnibusbau. Dies ist der zweite Teil eines Berichts über italienische Busse der 1950er- und 1960er-Jahre. Wir gehen darin einigermaßen chronologisch vor und erreichen allmählich die sechziger Jahre. Gegen Ende des Artikels haben sich die Formen bereits von den Rundungen der Nachkriegszeit verabschiedet, in der die Stromlinienform der 1930er-Jahre noch nachhallte. Kantige Formen hielten Einzug und kündigten eine neue Rationalität an. Doch man war noch immer weit vom Großserienbau entfernt: Nahezu alle Busse wurden von Karosseriebaubetrieben auf von den Herstellern gelieferte Fahrgestelle gesetzt.

In diesem Beitrag stellen wir weitere Stadt- und Reisebusse aus Italien vor, wie sie in den 1950er- und 1960er-Jahren dort unterwegs waren. Wie schon im ersten Teil haben wir die alten Schwarzweiß-Fotos mit einigen farbigen Prospekt-Illustrationen garniert und hoffen, damit unsere Leserinnen und Leser zu begeistern. Das farbige Foto eines Oberleitungsbusses, das wir als Titelbild ausgewählt haben, war ursprünglich ein Schwarzweiß-Foto. Es wurde von Nancy Koppens aus den Niederlanden behutsam koloriert. Der O-Bus ist ein von Pistoiesi karossierter Alfa Romeo mit der Typenbezeichnung FI.311/B, der um 1962 von Italien nach Brasilien exportiert wurde. Zu sagen bleibt, dass die Karosseriehersteller von einigen wenigen Bussen nicht zu ermitteln waren. Falls du Informationen hast, die uns weiterhelfen, klicke bitte hier und sende uns eine E-Mail!

Dieser formvollendete, selbsttragende Bus von 1958 war mit einem liegenden FIAT-Unterflur-Dieselmotor (10676 Kubikzentimeter Hubraum, 144 PS) ausgerüstet. Die Chromleisten im Kühlergrill erinnern ein wenig an das Erscheinungsbild mancher spanischer Pegaso-Busse, aber diese Ähnlichkeit ist rein zufällig. Der Aufbau mit der Bezeichnung „Monocar 1041” stammte von Menarini in Bologna, einem Unternehmen, das 1919 von Ettore Menarini gegründet wurde und zunächst vor allem Pferdebusse herstellte. In den 1920er Jahren begann man in Zusammenarbeit mit FIAT mit der Produktion von Omnibus-Karosserien. Während der Bombardierung von Bologna im Zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik zerstört, doch 1946 konnte die Produktion wieder aufgenommen werden. Mitte der 1950er Jahre zog Menarini in eine neue Fabrik in einem Vorort Bolognas um, die noch heute genutzt wird. In den 1980er Jahren verkaufte das Unternehmen einige Anteile an Breda Costruzioni Ferroviarie. Doch es kam zu Unstimmigkeiten, die dazu führten, dass die Familie Menarini aus dem Unternehmen austrat, das sich nun BredaMenarinibus nannte. Nach einigen Turbulenzen erfolgte im Jahr 1924 die Rückkehr zum historischen Namen Menarini S.p.A.
Das Bild zeigt einen OM Tigrotto Gran Luce. Der vorne stehend eingebaute OM-Saurer-Dieselmotor hatte eine Leistung von 67 PS. Auch dieses 3,5-Tonnen-Fahrgestell trug einen Aufbau der Firma Menarini.
Bei diesem Alfa Romeo des Typs 455 AL von 1958 zu sehen war der Motor ebenfalls vorne stehend eingebaut. Mit 6333 Kubikzentimetern Hubraum leistete er 90 PS. Der Aufbau stammte von Ambrosini & Botta aus Bizzozero, einem Unternehmen, das im ersten Teil dieses Beitrags bereits zur Sprache kam.
Auch auf diesem Foto ist ein Alfa Romeo zu sehen, diesmal der Typ 950 A mit vorne stehendem 130-PS-Motor. Der Bus hatte einen eher schlicht gehaltenen Aufbau von Macchi. Das Foto ist auf das Jahr 1958 datiert.
Vorder- und Rückseite eines Werbeblatts: Die Firma Rimorchi Vincenzo Orlandi aus Brescia (nicht zu verwechseln mit dem bedeutenden Fahrzeugbaubetrieb Renzo Orlandi aus Modena) von bot Ende der 1950er Jahre eine Erfindung an, durch die die Federung von Autobussen so verbessert wurde, dass Fahrgäste gefahrlos auf dem Dach Platz nehmen konnten, um beispielsweise Lippenstift aufzutragen, Zeitung zu lesen oder eine Runde zu schlafen, wobei der Koffer als Kopfkissen diente. Das war super bequem und völlig erschütterungsfrei :)
Dieser Lancia Esatau 703 aus dem Jahr 1959 war mit einem Unterflur-Dieselmotor von Lancia mit 150 PS ausgerüstet. Die mit Chromteilen, großen, gebogenen Frontscheiben und Dachrandverglasung ausgestattete Karosserie stammte von der Firma Bianchi & C. aus Varese (nicht zu verwechseln mit dem Automobilhersteller Bianchi aus Mailand, der später zu Autobianchi wurde). Bianchi & C. wurde um 1946 von Giovanni Bianchi und zwei Partnern gegründet und spezialisierte sich auf hochwertige Omnibus-Karosserien. Etwa 1963 geriet die Firma in wirtschaftliche Schwierigkeiten und wurde von Carrozzeria Pozzi, die ebenfalls in Varese ansässig war, übernommen. Pozzi behielt die Kunden und Aufträge bei und baute ähnliche Busse weiter.
Der markante italienische Doppeldecker des Typs Aerfer VE 111 Metropol war in allen italienischen Großstädten außer Mailand im Einsatz. Allein in Rom waren 58 dieser Fahrzeuge, die auch als Aerfer 412 bekannt waren, im Einsatz. Der Bus basierte auf Fahrwerksteilen des Fiat 412 und wurde bei Aerfer S.p.A. (Industrie Meccaniche Meridionali Aeronautiche e Ferrotranviarie S.p.A.) in Neapel gebaut. Wie der Name verrät, hatte das 1955 gegründete Unternehmen Erfahrungen im Flugzeug- und Waggonbau gesammelt. Die selbsttragende Karosserie des Busses bestand vollständig aus einer Leichtmetalllegierung namens Metropol VE 111. Zusammen mit dem von Fiat stammenden Motor 412, einem quer im hinteren Überhang angeordneten Flachmotor, gab sie dem Fahrzeug seinen Namen. Der Doppeldecker wies zwei Treppen und drei Türen für den Fahrgastwechsel auf. Der Fahrer hatte eine hinten angeschlagene Tür und ein separates Abteil, der Schaffner eine Kabine an der hinteren Tür, die als Einstieg diente. Durch die Mitteltür stieg man aus und durch die Vordertür konnten Fahrgäste mit Abonnement einsteigen.
Auf den beiden hier gezeigten Fotos ist der 1960 gebaute Prototyp des Doppeldeckers Aerfer VE 111 Metropol bzw. Aerfer 412 zu sehen. In der Serienfertigung erhielten die Busse einen etwas größeren Kühlergrill, sonst entsprachen sie dem Prototypen. Die Produktion begann 1962 und endete 1969, als Aerfer zu Aeritalia wurde und sich dem Kerngeschäft, der Realisierung von Luftfahrtprojekten, zuwandte, während die letzten Bus-Aufträge noch ausgeführt wurden. Inzwischen hatten 160 bis 180 Doppeldecker das Aerfer-Werk in Neapel verlassen, davon gingen 15 Einheiten nach Paris. Es heißt, dass nur sehr wenige Exemplare bis heute als museale Sammlerstücke überlebt haben.
Beim Serienmodell des Aerfer VE 111 Metropolitan war der Grill an der Front etwas größer ausgeführt. Das Foto, das in Florenz aufgenommen wurde, hat uns Ivan Nôta aus der Slowakei zur Verfügung gestellt. Er betreibt eine slowakischsprachige Website über Omnibusse, hier der Link dazu.
Die beiden Prospekte der Firma OM aus dem Jahr 1960 zeigen die Modelle Tigrotto und Super Orione. Der Aufbauhersteller des Tigrotto ist unklar (eventuell Menarini), der Super Orione wurde von der Firma Carrozzeria Gaetano Borsani & C. mit Sitz in Cornaredo bei Mailand karossiert. Dieser Karosseriehersteller wurde bereits im ersten Teil dieses Beitrags erwähnt.
Bei Aerfer entstanden nicht nur Doppeldecker. Dieser Blick in die Produktionshallen des neapolitanischen Unternehmens aus dem Jahr 1961 zeigt eine Anzahl von Bussen des Typs AU 310. Ausgerüstet mit FIAT-Motoren vom Typ 203 mit 140 PS, waren sie für den Stadtverkehr in Neapel bestimmt. Auf dem Aerfer-Prospekt, aus dem diese Abbildung stammt, steht zu lesen: „Die Karosserien von Aerfer für Oberleitungsbusse und Stadtbusse werden in Lizenz hergestellt von den Eisenbahnwerkstätten in Pistoia, ehemals San Giorgio, sowie vom süditalienischen Maschinenbau- und Luftfahrtunternehmen in Neapel.”
Die brasilianische Stadt Salvador, die Hauptstadt des Bundesstaats Bahia, bestellte Anfang der 1960er Jahre  Oberleitungsbusse in Italien, deren Fahrwerk von Alfa Romeo geliefert wurde. Das Foto von 1962 zeigt eines dieser Fahrzeuge mit der Typenbezeichnung FI.311/B und einer Karosserie von Pistoiesi. Die Recherche zum Hersteller der Busse in der Stadt Pistoia ist erschwert. Bei der italienischen Wikipedia ist Folgendes zu lesen: „Das Werk in Pistoia wurde 1906 als Officine San Giorgio gegründet. Die Produktion von Wagenkästen und später Reparaturen an Eisenbahnfahrzeugen waren das Aufgabengebiet. Während des Zweiten Weltkriegs war das Werk aufgrund seiner Nähe zum Bahnhof schweren Bombenangriffen ausgesetzt. Nach Wiederaufnahme des Betriebs änderte das Unternehmen seinen Namen in Officine Meccaniche Ferroviarie Pistoiesi (OMFP) und wurde von Aerfer übernommen. Ab 1969 firmierte es unter dem Namen Ferroviaria Breda Pistoiesi und beschäftigte rund 1.000 Mitarbeiter.“ Der Bau von Bussen wird nirgends explizit erwähnt.
Diese Abbildung und die darunter stehende zeigen die Außen- und Innenseiten eines Prospekts für Doppelstock-Stadtbusse von Viberti. Das Unternehmen zählt zu den wichtigsten Fahrzeugbaubetrieben Italiens. Das Unternehmen wurde 1922 in Turin von Candido Viberti gegründet. Nach dessen Tod im Jahr 1946 übernahm sein Sohn Angelo Elisio die Leitung. Eine der bedeutendsten Kooperationen von Viberti ist die mit Fiat-Iveco, die kurz nach der Gründung begann, zunächst die Herstellung von Bussen und Oberleitungsbussen betraf und bis heute besteht. Im Bereich des Güterverkehrs ist Viberti vor allem für den Bau von Anhängern und Sattelaufliegern bekannt.
Der Fiat Viberti Monotral CV61 war zweifellos ein Superlativ im Bereich des Doppelstock-Omnibusbaus. In dem Prospekt ist kein Foto des Fahrzeugs zu sehen, aber unter diesem Link ist ein Exemplar in der Realität zu sehen, das auf Wikipedia veröffentlicht wurde.
Ein weiterer Prospekt zeigt die unverwechselbare Frontgestaltung vieler Viberti-Busse aus den 1950er und 1960er Jahren mit waagerechten Streben und einem senkrechten Mittelsteg.
Dieser formschöne Reisewagen mit seinem sehr eigenständigen Design wurde im Jahr 1963 von Autodromo hergestellt. Die Firma Carrozzeria Autodromo aus Modena, später CAM, ist uns bereits im ersten Teil dieses Beitrags begegnet. Bleibt noch zu erwähnen, dass dieser Bus auf einem Lancia Esatau 703 mit 150-PS-Unterflurmotor basiert.
Hier ein seltener Prospekt von Pistoiesi aus dem Jahr 1964. Weiter oben haben wir schon erwähnt, dass es kaum Informationen über das Omnibus-Karosseriewerk in Pistoia gibt, das unter dem Namen Officine Meccaniche Ferroviarie Pistoiesi firmierte und eigentlich im Waggonbau zuhause war. Wenigstens können wir mit einigen Daten zu dem abgebildeten Bus aufwarten, die sich auf den beiden Innenseiten des Prospekts ablesen lassen: Das Fahrzeug war elf Meter lang, verfügte über 49 oder 51 bequeme Sitzplätze und auf Wunsch zwölf Klappsitze sowie fünf Kubikmeter Kofferraum. Als Antrieb wurden FIAT-Motoren mit 153 oder 176 PS empfohlen, aber auch andere Aggregate konnten eingebaut werden.
Die Fabbrica Macchi in Varese, damals Generalimporteur für Büssing-Produkte in Italien, erwarb Anfang der 1960er-Jahre von der deutschen Firma Gebrüder Ludewig eine Lizenz zum Nachbau von Aero-Anderthalbdeck-Omnibussen. Gebaut wurden jedoch nur eine Handvoll Fahrzeuge, die sich in ihrem Design deutlich von den Ludewig-Wagen unterschieden.
Zum Foto liefern wir hier noch eine Werbedrucksache der Firma Macchi mit dem Büssing-Löwen-Emblem, für das genau dieses Foto verwendet wurde – allerdings in leicht retuschierter Form. Das Fahrzeug war mit dem Büssing-Unterflurmotor des Typs U 11/200 ausgerüstet, der 191 PS leistete und dem Bus eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 70 Stundenkilometern ermöglichte. Es gab 10 Sitzplätze im Unterdeck und 15 im Oberdeck sowie 101 Stehplätze. 
Im Lauf der 1960er-Jahre wurden die Rundungen der Nachkriegszeit im Karosseriebau allmählich durch eher kantige Formen abgelöst. Ein recht merkwürdiges Beispiel ist der Aerfer „Raedapol VE 1204”, der den Eindruck erweckt, als fehle ihm der Stoßfänger. Das ist allerdings nicht der Fall. Der als Reisewagen konzipierte Elf-Meter-Bus verfügte über 62 Sitzplätze, war aus Aluminium gefertigt und mit dem 153-PS-Motor 220/H von FIAT ausgerüstet, der horizontal zwischen den Achsen eingebaut war.
Das verlängerte Bus-Fahrgestell des FIAT 309/1 hatte man im Jahr 1966 bei Padane vorne mit einer zweiten Lenkachse versehen. Der Grund für diese im Omnibusbau selten vorkommende Maßnahme erschließt sich nicht wirklich, machte das Fahrzeug aber zu einer Art Unikat. Der fast elf Meter lange Bus war mit dem 153-PS-Motor 200/H von FIAT ausgerüstet.
Das Foto zum Werbeblatt zeigt den Padane-Bus mit zwei gelenkten Vorderachsen. Officine Padane wurde 1943 gegründet. Das Unternehmen geht auf den in Modena ansässigen Betrieb Orlandi zurück, der ab 1921 vor allem Omnibuskarosserien herstellte (nicht zu verwechseln mit dem Hersteller von Anhängerkupplungen gleichen Namens). Zunächst firmierte das Unternehmen als „Carrozzeria e Meccanica Padana”, 1950 wurde die Bezeichnung in „Officine Padane” geändert. Die Bezeichnung bezieht sich auf den italienischen Namen der Po-Ebene. Auch Padane stellte in erster Linie Bus-Aufbauten her. Die Chassis dazu kamen von Fiat, Mercedes, Lancia, OM und Volvo. Viele Busse wurden exportiert. Anfang der 1980er Jahre übernahm die Mailänder Società Costruzioni Industriali Milano (Socimi) das Unternehmen. Durch finanzielle Engpässe des neuen Mutterunternehmens geriet auch Padane in Mitleidenschaft und musste nach einer Insolvenz im Jahr 1992 schließen.
Dieses Werbeblatt von Panade aus dem Jahr 1966 zeigt einen weiteren Bus für den Regionalverkehr auf Basis des Fiat 306/3. Er wurde mit drei verschiedenen Sitzanordnungen angeboten, die sich nach der Art des Einsatzes richteten. Besonders stolz war man auf den 23-Zoll-Röhrenmonitor, mit dem zumindest die Fahrgäste, die im vorderen Bereich des Busses reisten, schwarz-weiß fernsehen konnten. Eine Außenantenne war ebenfalls vorhanden – wir wünschen nachträglich guten Empfang!
Nahezu ein halbes Jahrhundert hat auch dieser modern wirkende Elf-Meter-Stadtbus mit OMS-Karosserie von 1969 auf dem Buckel. Das Fahrgestell vom Typ Esagamma 718 stammte von Lancia, ebenso der Motor mit rund 190 PS Leistung. Hinter dem Akronym OMS verbirgt sich die Firma Officina Meccanica della Stanga, die im ersten Teil dieses Beitrags schon zur Sprache kam.
Der hier abgebildete Bus von 1968 war mit einem Motor des deutschen Herstellers Magirus-Deutz ausgerüstet. Die Karosserie stammte von Carrozzeria SICCA, einem Unternehmen aus der Provinz Treviso, das seine Busse unter dem Namen Siccar vertrieb. Die Carrozzeria SICCA (Società Italiana Costruzioni Carrozzerie Automobili) wurde 1949 von Vittorio Armelin im norditalienischen Vittorio Veneto gegründet. Im Jahr 1950 meldete Armelin ein Patent an, das die Konstruktion und den Bau von Bussen revolutionieren sollte. Er hatte ein Busfahrgestell entwickelt, das bis heute von allen Herstellern verwendet wird: eine selbsttragende Gitterkonstruktion, an der die mechanischen Elemente und das Fahrwerk befestigt sind. Der Raum unter dem Boden konnte nun für den Gepäcktransport genutzt werden und der hinten in einem isolierten Fach untergebrachte Motor gab weder Dieselgerüche ab noch störte er den Fahrer und die Fahrgäste mit seinem Geräusch. Das erste Fahrzeug weltweit, bei dem diese Lösung zum Einsatz kam, war der 1951 vorgestellte Linien- und Reisebus Alfa Romeo 902 AS. Anfang der 1990er-Jahre wurde SICCA in IVECO integriert.
Die beiden letzten Abbildungen in diesem zweiteiligen Beitrag über italienische Busse der 50er- und 60er-Jahre stammen aus einem Prospekt des Unternehmens Pistoiesi aus dem Jahr 1968 und zeigen einen in ganz Italien bekannten Stadtbus in Farbe. Der Elf-Meter-Bus basierte auf Fahrwerksteilen von FIAT und dem mittig unterflur eingebauten FIAT-Motor vom Typ 410 bzw. bei der 9,7-Meter-Version vom Typ 409.
Obwohl diese Busse von Pistoiesi (Officine Meccaniche Ferroviarie Pistoiesi) in Italien weit verbreitet waren, ist kaum etwas über die Omnibusproduktion des in Pistoia nahe Florenz ansässigen Unternehmens dokumentiert, dessen Kerngeschäft der Eisenbahnbau war.

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