Das 19. Nutzfahrzeug-Veteranentreffen in Wörnitz 2026
Bekannte Fahrzeuge und viele Neuigkeiten auf dem Autohof
Mitte September 2026 fand auf dem Autohof Wörnitz zum 19. Mal eines der wichtigsten Lkw-Veteranentreffen Europas statt. Rund 270 historische Nutzfahrzeuge aus Deutschland und den Nachbarländern kamen zusammen, oft mit Anhängern und Sattelaufliegern. Neben vielen bekannten Fahrzeugen präsentierten sich dem zahlreich angereisten Publikum auch etliche „Neuerscheinungen“, die erstmals beim Wörnitzer Veteranentreffen zu sehen waren.
Das Treffen auf dem Autohof war wie immer eine runde Sache. Für die Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen und alle Liebhaber klassischer Nutzfahrzeuge hat sich selbst die weiteste Anreise gelohnt. Es war für alles gesorgt. Neben der großen Zahl klassischer Lastwagen, Omnibusse und Feuerwehrfahrzeuge gab es verschiedene Möglichkeiten, Hunger und Durst zu stillen: einen Imbiss mit vielen Tischen und Bänken, das Rasthaus und eine Burger King-Filiale. Außerdem gab es Stände mit Fachzeitschriften wie „Last & Kraft“ und „Historischer Kraftverkehr“, mit alten Prospekten, Modellautos, Ersatzteilen, Pflegemitteln und weiterem Zubehör. Die kleine Einkaufsmeile befand sich am Aufgang zur Borgward-Wiese, auf der allerdings auch viele Fahrzeuge anderer Fabrikate aufgereiht waren.
Am Freitagabend konnte man noch Fotos auf dem Autohof Wörnitz machen, bei denen der Blick ungehindert auf die aufgereihten Fahrzeuge fiel.Ab Samstagmorgen sah es schon anders aus. Überall waren Teilnehmer und Besucher unterwegs, um sich die Fahrzeuge anzusehen und angeregte Fachgespräche zu führen. Alle Fotos in diesem Beitrag, auf denen keine oder nur wenige Menschen zu sehen sind, entstanden „außerhalb der Geschäftszeit“.
Besonderer Dank gebührt Marcel Bark und seinem Team von der Schaal GmbH, denn die unbürokratische Unterstützung der Autohof-Betreiber hat die Veranstaltung überhaupt erst möglich gemacht. Wie gewohnt kümmerte sich Harald Brem um die Teilnehmer und ihre Bedürfnisse sowie die geordnete Aufstellung der Fahrzeuge. Der seit Jahrzehnten in der Nutzfahrzeug-Oldtimerszene engagierte Besitzer eines Mercedes-Kurzhaubers vom Typ L 1113 hatte zusammen mit seinem Sohn Christoph und diversen Helfern aus der Szene alle Hände voll zu tun, um den unterschiedlichen Wünschen gerecht zu werden. Seine Kontakte zu nahezu sämtlichen potenziellen Teilnehmern in ganz Deutschland machen die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung des Autohofs Wörnitz erst möglich. Leider konnte er nicht verhindern, dass manche Oldtimer-Besitzer sich durch die Online-Anmeldeformalitäten von der Teilnahme abhalten ließen. Denn das ist noch immer nicht jedermanns Sache, vor allem in der älteren Generation.
Trotzdem war das Treffen rundum gelungen. Bei sonnigem Wetter hatten die Besucher nicht nur die Gelegenheit, die Klassiker der Lkw-Geschichte zu bestaunen, sondern auch, mit ihren Besitzern ins Gespräch zu kommen oder an einer kleinen Probefahrt außerhalb des Veranstaltungsgeländes teilzunehmen. Diese Möglichkeit hatten sich die Veranstalter als Ersatz für die traditionelle Ausfahrt ausgedacht, die dieses Mal nicht auf dem Programm stand. Darüber freuten sich viele Teilnehmer, denn nun hatten sie mehr Zeit zum Entspannen und für Gespräche mit Gleichgesinnten.
So konnte die fehlende Ausfahrt den Erfolg der Veranstaltung nicht schmälern – im Gegenteil: Zufriedene Gesichter waren überall zu sehen, sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Besuchern. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die große Fahrzeugpräsentation am Sonnabendvormittag, die diesmal in Richtung Sonne ausgerichtet war, damit die Fahrzeuge im besten Licht zu sehen waren. Moderator Holger Hahn machte seine Sache wie gewohnt hervorragend. Zu jedem Fahrzeug wusste er die technischen Details und konnte auch die eine oder andere kleine Anekdote hinzufügen. Zahlreiche Fotografen hatten sich aufgereiht, um die Klassiker der Nutzfahrzeuggeschichte bei der Präsentation abzulichten. Sobald sich jemand versonnen vor den Fahrzeugen aufhielt, ohne die Fotografen zu bemerken, gab es jedes Mal einen allgemeinen Aufschrei. Es war schon lustig, diese Szenerie zu beobachten.
Auf der Borgward-Wiese waren Allradfahrzeuge in der Überzahl. Es gab aber auch einige Kleinlaster des Bremer Automobilbauers mit der Antriebsformel 4x2, wenn auch nicht auf diesem Foto.Auch Fahrzeuge anderer Fabrikate waren auf der Borgward-Wiese aufgereiht, wie diese spektakulären Sattelzugmaschinen aus den USA: links ein Mack Superliner RW 700, gebaut von 1977 bis 1993, rechts ein Freightliner FLD 132 Classic XL, gebaut von 1990 bis 2010 (Foto: Christoph Brem).Dirk Obermann aus Mülheim an der Ruhr hatte nicht nur seine Renault AE- beziehungsweise Magnum-Sammlung mitgebracht, sondern auch ein paar Mercedes-Youngtimer und einen MAN. Alle nebeneinander aufgereiht bildeten auf jeden Fall eine eindrucksvolle Formation!Ein schwerer, vierachsiger Abschleppwagen vom Typ NG 4850 aus der Mercedes-Benz Trucks Classic-Sammlung erregte viel Aufmerksamkeit. Die Türen wurden übrigens bei der Restaurierung gegen die eines Lastwagens der Baureihe SK ausgetauscht. Besucher konnten auf Wunsch an kleinen Ausflügen mit dem Vierachser außerhalb des Veranstaltungsgeländes teilnehmen (Foto: Christoph Brem).Auch ein Produkt aus der DDR fand den Weg von Thüringen in den Süden Westdeutschlands – sozusagen der „Quoten-Ossi”. Der IFA H6 mit seiner ganz eigenen Formensprache war auf dem Wörnitzer Treffen 2026 durchaus ein Highlight. Danke, dass du da warst!Die ehemalige Spedition Kick, die ihren Firmensitz in Kerpen und Berlin hatte, brachte diesmal einen perfekt restaurierten MAN 19.361 U mit Unterflurmotor und F8-Fahrerhaus (Bauzeit 1985 bis 1986) nach Wörnitz.Gerhard Reicheneder kam mit seinem Henschel HS 11 HK und brachte einen frisch restaurierten historischen Raupenschlepper der Marke Caterpillar auf dem Anhänger mit.Der Allrad-Postbus auf Basis des Mercedes LA 311 mit Hubertia-Aufbau ist auch von hinten ein besonderes Schmuckstück, das in der gelben Farbe und den schwarzen Details ein echter Hingucker ist.Omnibusse waren in Wörnitz diesmal keine Seltenheit. Laut dem Veranstalter soll dieser Bereich in Zukunft noch erweitert werden.Der Büssing LU 11/16 Commodore wurde von 1963 bis 1965 gebaut. Er gehört zu den legendären Modellen des Braunschweiger Unternehmens, das 1971 aufhörte zu existieren. Das abgebildete Exemplar ist Lkw-Oldtimerfreunden seit Jahrzehnten vertraut. Einst brachte Friedel Prüser aus Neuenkirchen den Frontlenker zu den bekannten Treffen, heute führt sein Sohn Jens diese Tradition fort.Dieser Scania 143 Streamline kam aus Ungarn nach Wörnitz. Der heute seltene Youngtimer wurde von 1992 bis 1996 gebaut und dann von der Serie 4 abgelöst. Deren rundes Design blieb in seiner Grundform bis zur neuen Generation von 2016 erhalten.Ohne jeden Generationskonflikt standen sie friedlich nebeneinander: Lastwagen verschiedener Epochen beim Lkw-Veteranentreffen in Wörnitz (Foto: Wolfgang Michtl).Der Büssing-NAG 5000 S wurde von 1945 bis 1950 gebaut. Der Pritschenwagen auf dem Foto war schon beim ersten Nutzfahrzeug-Veteranentreffen in Wörnitz dabei, als er noch Josef Edenharter gehörte. Inzwischen ist er Teil der Sammlung von Helmut Hoffmann aus Oberhausen, der das Fahrzeug zusammen mit seinem Büssing 7500 S auf einem Tieflader nach Wörnitz brachte.Im Gegensatz dazu fuhr Helmut Hoffmann diesen imposanten Tankzug mit Mercedes-Zugmaschine vom Typ LS 1624 (Bauzeit 1969 bis 1975) eigenhändig und auf eigenen Achsen von Oberhausen nach Wörnitz und zurück.Heute ist Helmut Hoffmann einer der bekanntesten Restauratoren in der deutschen Lkw-Oldtimerszene. Er besitzt eine immense Sammlung eigener Fahrzeuge und hat in seiner Werkstatt schon zahllosen Besitzern alter Lastwagen mit Rat und Tat weitergeholfen. Den Grundstein für diese Entwicklung legte dieser Büssing 7500 S, den Helmut im Jahr 1987 zu Emil Böllings Treffen in Castrop-Rauxel mitbrachte. Er erstaunte damals alle anderen Teilnehmer, denn von Helmut Hoffmann hatten sie noch nie gehört.Und hier ist noch einmal Helmut Hoffmanns Tankzug zu sehen. Daneben steht ein naher Verwandter: ein Kurzhauber vom Typ 1924, der von 1969 bis 1982 gebaut wurde. Das Fahrzeug wurde von Michael Kaumeyer in der Schweiz erworben (Foto: Harald Brem).Links der IFA H6, daneben Klassiker von MAN und Mercedes, darunter auch ein Actros 1, der inzwischen ein Oldtimer ist. Denn seit der Ablösung der Baureihe SK durch den Actros sind bereits 30 Jahre vergangen.Neben der Möglichkeit, Nutzfahrzeug-Oldtimer zu bestaunen, gab es während des Treffens auf dem Autohof noch andere Dinge, mit denen man sich die Zeit vertreiben konnte: Ersatzteile, historische Lkw-Prospekte oder Modellautos suchen, einen Imbiss und vielleicht ein Bier genießen, auf der Borgward-Wiese oder anderswo grillen oder eine Plakette erwerben, die man irgendwo anschrauben kann – aber bitte nicht am Kühlergrill, denn der wird durch Anhäufungen von Plaketten nicht wirklich schöner. (Fotos: Christoph Brem, Harald Brem, Wolfgang Michtl)Am Sonnabendvormittag begann die mit Spannung erwartete Präsentation, bei der zahlreiche Teilnehmer ihre Fahrzeuge dem Publikum vorstellten. Der Moderator Holger Hahn, der selbst eine kleine Sammlung von Nutzfahrzeug-Oldtimern besitzt, machte seine Sache ausgezeichnet. Er gab die wichtigsten Daten zu jedem Fahrzeug bekannt und wusste so manche kleine Geschichte dazu. Auf dem Bild sehen wir einen MAN F 90 vom Typ 19.272.Bei den letzten Büssing-Haubenwagen wurde die sogenannte Büssing-Spinne – also die wappenförmig angeordneten Querstreben an der Kühlermaske – durch senkrechte Streben ersetzt. Den Commodore S gab es von 1963 bis 1965 als Pritschenwagen für den Export, als Sattelzugmaschine sowie als Kipper mit und ohne Allradantrieb.Wie schon 2024 war auch in diesem Jahr der heute seltene Opel Blitz 1,5 t von Martin Pfeiffer aus Fellbach-Oeffingen wieder mit von der Partie. Er wurde von 1946 bis 1951 gebaut und dann vom „Weichblitz” abgelöst – so genannt wegen seiner fließenden Haubenform.Der Autohof Wörnitz bei herrlichem Sonnenschein während der Fahrzeugpräsentation am Sonnabend (Foto: Harald Brem).Nicht immer ist drin, was draufsteht. Was wie ein seltener Scheunenfund erscheint, ist in diesem Fall ein gut gemachter Fake. Die Roststellen und andere Kennzeichen der Alterung sowie die Beschriftung sind nämlich geschickt mit Farbe aufgetragen – der Effekt ist frappierend. Zum Fahrzeug: Der VW-Transporter T1 wurde von 1950 bis 1967 als Pritschenwagen, Kleinbus und Kastenwagen gebaut. Seine Nutzlast betrug 0,86 bis 0,93 Tonnen.Dieser Lastzug mit einem Mercedes-Motorwagen des Typs L 1113 gehört Harald Brem aus Ruhmannsfelden im Bayerischen Wald. Harald ist ein Urgestein der Lkw-Oldtimerszene. Er und sein Sohn Christoph haben 2015 die Organisation des Wörnitzer Treffens von den Vorgängern Wolfgang Rieck, Werner Lachnit und Ronny Pflug, dem damaligen Geschäftsführer des Autohofs, übernommen und seither kontinuierlich ausgebaut.Auch der Klöckner-Deutz S 3000 von Andreas Fehsenmeier war bereits 2024 sowie in den Vorjahren dabei. Das Kennzeichen ohne die blaue Euromarkierung zeugt von einer langen Lebensdauer bei seinem Besitzer. Der Feuerwehr-Gerätewagen aus dem Jahr 1942 ist der Vorläufer des ersten Magirus-Eckhaubers von 1948, der wiederum 1950 vom Rundhauber abgelöst wurde.Der Büssing-NAG 5000 S wurde von 1945 bis 1950 gebaut. Bis 1951 war der Betrieb von Lastwagen mit zwei Anhängern in Deutschland zulässig. Um am Treffen in Wörnitz teilnehmen zu können, musste der eindrucksvolle Lastzug auseinandergenommen und auf einem Tieflader verladen werden. Einer der Anhänger wurde von einer Zugmaschine gezogen (Foto: Harald Brem).Aufwendig lackiert und mit besonderen Zierleisten versehen war dieser Mercedes-Pritschenwagen vom Typ LK 325, der von 1954 bis 1957 gebaut wurde (Foto: Harald Brem).Die Mercedes-Lastwagen der kubischen Generation wurden ab Mitte der 1960er Jahre schrittweise eingeführt. Sie erhielten den Spitznamen „Adventskalender” wegen der vielen „Türchen”, die sich am Fahrerhaus öffnen ließen, um an die „Innereien” zu gelangen. Der aus Frankreich angereiste türkisfarbene Lkw auf den Fotos ist ein Pritschenwagen vom Typ LP 1113. Rechts unten sind die beiden Haubenwagen der Marke Krupp zu sehen, die Wilhelm Holzwarth und sein Sohn Christian nach Wörnitz gebracht hatten. Nicht nur mangels passender Türchen ist der Zugang zu bestimmten Motorteilen etwas unbequem (Fotos: Harald Brem, Wolfgang Michtl).Bei der Präsentation zeigten sich Wilhelm Holzwarths Krupp-Haubenwagen in voller Pracht. Den Anfang machte ein Kipper des Typs K 801 (1960–1963), gefolgt von einem Kranwagen auf Basis des Typs 60 W3 Widder (1955–1962).Ein echtes Prachtstück war der Volvo-Haubenwagen vom Typ N 10 mit verlängertem Fahrerhaus und Tankauflieger, der von Gerhard Peter zum ersten Mal in Wörnitz gezeigt wurde. Es heißt, dass die Sattelzugmaschine mit dem verlängerten Fahrerhaus zunächst für die USA gedacht war, dann aber doch in Europa blieb. Zur Einordnung: Ab 1987 trugen die Fahrzeuge der N-Serie das Logo in der Mitte des Kühlergrills und der Volvo-Schriftzug am oberen Rand der Kühlermaske entfiel. Ab 1991 wurden Haubenwagen der schwedischen Marke nur noch in Brasilien produziert.Diese Reihe von Büssing-Frontlenkern wurde eigens für truckinfocus.com dekorativ in die Sonne gestellt. Von links nach rechts: ein MAN-Büssing BS 22.320 Unterflur, ein LU 11/16, ein Commodore U mit Aurepa-Fahrerhaus und ein Commodore LU 11/16 (Foto: Harald Brem).Die Mercedes-Mittelklasse-Typen der späten 1950er und 1960er Jahre, hübsch für die vielen Fotografen aufgereiht, die in Wörnitz unterwegs waren: Ganz links sind zwei Kurzhauber vom Typ L 1113 (1963–1969) zu sehen, in der Mitte ein Frontlenker vom Typ LP 323 (1961–1963) und rechts ein Feuerwehrfahrzeug auf Basis des Typs LAF 710 (1963–1970) mit Ziegler-Aufbau. Die drei Fahrzeuge im Vordergrund gehören zur Mercedes-Benz Trucks Classic-Sammlung und wurden auch für Rundfahrten zur Verfügung gestellt (Foto: Wolfgang Michtl).Der L 6600 wurde von 1950 bis 1954 bei Mercedes gebaut. Er hatte zwei Kupplungsmäuler an der Stoßstange, während sein Nachfolger, der L 315, hergestellt bis 1958, mit einem mittig angeordneten Kupplungsmaul auskommen musste. Der 6600er mit Trilex-Rädern auf dem Foto hat Werner Ottersbach aus Henneff in Wörnitz vorgestellt.Auch einige historische Feuerwehrfahrzeuge konnten in Wörnitz bewundert werden, darunter diese Magirus-Drehleiter DL 25/2 vom Typ Mercur 125, Baujahr 1964. Fahrzeuge dieser Art gehörten damals zum Fuhrpark fast jeder deutschen Feuerwehr.Mal von der Seite: Mercedes-Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen. Im Vordergrund ist der Typ LP 333 (1958–1961) mit dem leicht übertriebenen Spitznamen „Tausendfüßler” zu sehen. Er hatte zwei Vorderachsen und insgesamt sechs Räder. Diese Bauart wird auch als „Chinese Six” bezeichnet (Foto: Wolfgang Michtl).Dieser Lastzug hat ein Foto verdient, auf dem er vollständig zu sehen ist. Vom Mercedes L 333 sind heute nur noch wenige Exemplare erhalten. Gut, dass die Brüder Jens und Rainer Breddermann ihren toll restaurierten Tausendfüßler auch in diesem Jahr wieder nach Wörnitz gebracht haben, um das Publikum mit der seltenen Achsanordnung ins Staunen zu versetzen.„Er war zu gut für diese Welt“ – so oder so ähnlich lautet ein Spruch, der sich auf Borgward bezieht. In Wörnitz waren im Jahr 2026 mehr als 20 Nutzfahrzeuge der Bremer Marke zu sehen, die Anfang der 1960er Jahre in Konkurs ging und noch heute viele Liebhaber hat. Auf dem Foto ist ein Viereinhalbtonner mit der Typenbezeichnung B 4500 abgebildet. Er wurde von 1953 bis 1959 gebaut und lief dann als B 555 bis 1961 weiter.Eins der außergewöhnlichsten Nutzfahrzeuge, die in Wörnitz 2026 zu sehen waren, ist der Mercedes 300 Pickup, der einst zum Wagenpark des Fürsten von Monaco gehörte. Louis Henri Maxence Bertrand Rainier Grimaldi, bekannt als Rainier III., regierte das kleine Land von 1949 bis zu seinem Tod im Jahr 2005. Um seinem Gärtner ein angemessenes Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, ließ er eine seiner Luxus-Limousinen zum Kleintransporter umbauen. Wie schön, dass dieses Unikat bis heute erhalten ist. Hans Kleissl von HK Engineering hat es für das Treffen zur Verfügung gestellt. Den Mercedes 300 vom Typ Adenauer gab es von 1951 bis 1962.Eine weitere Seltenheit ist der Steyr 19 S mit dem Fahrerhaus des MAN F 2000. Er wurde von 1994 bis etwa 2000 gebaut und markiert die letzte schwere Baureihe der österreichischen Traditionsmarke mit teils noch eigenständiger Technik. Danach wurde die Produktion komplett auf MAN-Gleichteile umgestellt. Das Werk selbst war bereits 1989 von MAN übernommen worden. Seitlich am Aufbau des gezeigten Fahrzeugs wird an den Rennfahrer Jochen Rindt (1942–1970) erinnert.Links in dieser Henschel-Reihe sind zwei Sattelzugmaschinen des Typs HS 140 S zu sehen. Dieser Fahrzeugtyp wurde von 1951 bis 1958 gebaut und mit unterschiedlichen Motorisierungen angeboten. So hat der linke einen 192-PS-Motor unter der Haube, der rechte musste mit 140 PS auskommen. Ganz rechts im Bild steht der HS 11 HK mit 132 PS (1961–1962).Der IVECO TurboStar 190-48 ist eine absolute Lkw-Legende der 1980er und 1990er Jahre. Das Fahrerhaus basierte auf dem Vorgängermodell IVECO Turbo (das wiederum eine Weiterentwicklung der Fiat-„T-Range“ war) und stellte eine tiefgreifende Überarbeitung der ersten IVECO-Generation dar. Als Topmodell der Baureihe kombinierte er imposante V8-Leistung mit einem für damalige Verhältnisse wegweisenden Kabinenkomfort. Er wurde 1989 als neues Flaggschiff vorgestellt, löste die bisherige V8-Variante mit 420 PS ab und wurde bis 1993 gebaut.Interessante Hochstapelei: Mercedes-Lastwagen aus drei Generationen (Foto: Wolfgang Michtl).
Am Sonntag endete die Veranstaltung. Es wurde gepackt, aufgeladen und ein letztes Gespräch mit anderen Teilnehmern geführt. Fotografen nutzten die Gelegenheit, um auf dem sich allmählich leerenden Autohof einzelne Fahrzeuge zu fotografieren. An der Straße zur Autobahn standen die Truckspotter, die sich oft schon seit Jahren kennen. Sie warteten auf die Lkw-Oldtimer, die das Veranstaltungsgelände in Richtung Heimat verließen. Oft winkten die Fahrer den Fotografen zum Abschied zu. So ging Wörnitz 2026 zu Ende – ein besonderes Wochenende für alle Liebhaber klassischer Nutzfahrzeuge. Das nächste Treffen wird eine besondere Jubiläumsveranstaltung, denn 2028 kommen die Nutzfahrzeug-Oldtimerfreunde zum 20. Mal auf dem Autohof Wörnitz zusammen. Darauf darf man sich schon heute freuen.
Huckepack: Treber Jung aus Kreuztal-Buschhütten mit seinem dreifachen Beitrag zum Wörnitzer Treffen auf dem Nachhauseweg ins Siegerland.Der MAN 13.230 wurde von 1967 bis 1974 gebaut. Den imposanten Kippsattelzug auf dem Foto hatte Jürgen Ebenhöh aus Pliening bei München nach Wörnitz gebracht.Zum Abschluss dieser Wörnitz-Rückschau 2026 zeigen wir das wohl älteste teilnehmende Fahrzeug, einen der wenigen noch existierenden VOMAG-Lastwagen vom Typ 4,5 LHG 448. Sein Eigentümer, Walter Höcker, hatte das rund 85 Jahre alte Fahrzeug auf einem Tieflader von Versmold nach Wörnitz gebracht und dort mit interessierten Beifahrern einige Runden gedreht.
Der Text und die Fotos zu diesem Artikel stammen, sofern nicht anders angegeben, von Steve St.Schmidt. Viele weitere Fotos von Fahrzeugen, die am Treffen in Wörnitz 2026 teilgenommen haben, findest du demnächstunter diesem Link.
Häufige Fragen zum Nutzfahrzeug-Veteranentreffen in Wörnitz 2026
Wie oft findet das Nutzfahrzeug-Veteranentreffen auf dem Autohof Wörnitz statt?
Das Treffen findet alle zwei Jahre statt. Der Termin für das Jubiläumstreffen im Jahr 2028 steht noch nicht fest.
Wie hoch sind die Eintrittspreise beim Treffen in Wörnitz?
Für Besucher ist der Eintritt frei. Teilnehmer müssen pro Fahrzeug eine Gebühr bezahlen. Im Jahr 2026 betrug die Teilnahmegebühr 45 Euro.
Wie viele klassische Nutzfahrzeuge nahmen an der Veranstaltung im Jahr 2026 teil?
Die Teilnehmer hatten rund 270 Nutzfahrzeug-Veteranen zum Treffen im Jahr 2026 mitgebracht.
Wo genau befindet sich der Autohof Wörnitz?
Der Autohof befindet sich in Süddeutschland nahe der Autobahn A7 an der Ausfahrt 109 Wörnitz. Die genaue Adresse lautet: Bastenauer Straße 10–12, 91637 Wörnitz.
Wo können sich potenzielle Teilnehmer melden, die ihren Nutzfahrzeug-Oldtimer zum nächsten Treffen im Jahr 2028 anmelden möchten?
Die Anmeldemöglichkeiten werden auf truckinfocus.com mitgeteilt, sobald der Termin für 2028 feststeht.