Truckspotting im Sauerland

Mit Christoph Büch auf den Straßen seiner Heimat

Immer öfter sieht man sie mit ihren Kameras am Straßenrand stehen: die Truckspotter. Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass diese Leute nicht darauf aus sind, Verkehrssünder zu ertappen. Im Gegenteil: Es gibt wirklich begabte Truckspotter, über deren Fotos sich die Fahrer freuen, etwa wenn sie in den sozialen Medien auftauchen. So einer ist Christoph Büch. Ihm geht es nicht darum, beliebige Lkw-Bilder zu machen, sondern qualitativ hochwertige Fotos, bei denen das Ambiente stimmt, der Hintergrund passt und das Fahrzeug perfekt zur Geltung kommt. Unter solchen Aspekten sollte man seine Fotos betrachten. Für diesen Beitrag war er auf den Straßen seiner Heimat, dem Sauerland, unterwegs und hat uns dazu einen Bericht geliefert.

Im April dieses Jahres verbrachte ich ein paar Tage in meiner alten Heimat, der Gegend rund um Arnsberg im Sauerland. Dort leben zwei meiner Geschwister, die ich mal wieder treffen wollte, denn ich lebe seit Jahren in Berlin. Außerdem hatte ich natürlich vor, ein paar Fotos zu machen.

Die Gegend um Hamm, Werl, Arnsberg und Brilon ist nur teilweise durch Autobahnen erschlossen. Es gibt Lücken, beispielsweise beim Wechsel von der A 2 zur A 46, wo der gesamte Schwerverkehr die zweispurige B 63 befahren muss. Der Abschnitt zwischen Hamm und Werl ist für Truckspotter wahrscheinlich eine der interessantesten Strecken. Die Menge und Vielfalt der vorbeifahrenden Lkw ist beeindruckend (zum Leidwesen der Anwohner der betroffenen Ortschaften). Zu sehen sind Fernverkehrszüge, Silofahrzeuge, Agrartransporte und erfreulicherweise viele Kippsattelzüge (meine Favoriten). Auch etliche niederländische und polnische Fahrzeuge sind unterwegs. Vor allem an der B 63 habe ich mich mehrfach aufgehalten, denn es gibt dort einige gut geeignete Stellen, um Fotos zu machen. Im weiteren Verlauf wechseln viele Lkw auf die A 46 in östlicher Richtung ins Hochsauerland. An der Autobahn bieten sich mehrere Rastplätze zum Fotografieren an.

Die A 46 endet nahe Brilon. Wieder müssen alle Lkw auf zweispurige Bundesstraßen wechseln. Besonders interessant ist hier die B 7 Richtung Brilon. Die Stadt verfügt über einige Industriegebiete und ist Sitz des bedeutenden Holzverarbeiters „Holz-Egger“. Deshalb sieht man neben Fernverkehrs- und Kippsattelzügen auch zahlreiche Holztransporte und Fahrzeuge mit Schubboden-Aufbauten für Holz-Nebenprodukte. Zusätzlich gibt es im Hochsauerland einige Steigungen in wunderschöner Landschaft. Die Vielzahl der vorbeirollenden Lkw ist für Truckspotter auf jeden Fall sehr erfreulich.

In der Nähe von Arnsberg, bei Herdringen, gibt es einige Steinbrüche entlang einer kleinen, bergigen Landstraße. Hier hat man die Möglichkeit, Kippsattelzüge in malerischer Landschaft zu fotografieren. Ich meldete mich bei der Verwaltung der Steinbrüche, informierte sie über mein Vorhaben und ließ ein paar Visitenkarten zurück. Das tat ich, damit die Kollegen am Steuer nicht nervös wurden, wenn sie mich mit der Kamera erblickten. Tatsächlich schien sich schnell herumzusprechen, dass ich nur ein harmloser Lkw-Fan bin. Ich wurde oft freundlich gegrüßt und konnte auch einige Fotos direkt an die Fahrer der fotografierten Lkw weiterleiten.
Überhaupt schienen die meisten Fahrer positiv auf meine Kamera zu reagieren. Nur ein Kollege mit ausländischer Herkunft war so verunsichert, dass er sein Fahrzeug abstellte und mich fragte, warum ich ihn fotografiert hätte. Ich konnte ihn zum Glück beruhigen.

Die nun folgende Fotostrecke zeigt einige der Aufnahmen, die auf meinen Fahrten durchs Sauerland entstanden sind. Wer Gefallen an meinen Fotos findet, kann mir gerne eine E-Mail zukommen lassen. Übrigens kann man mich auch als Lkw-Fotografen buchen. Hier meine E-Mail-Adresse: christoph@truckinfocus.com

Der imposante MAN-TGX-Lastzug war auf der B 480 nicht weit von Brilon unterwegs, als ich diese Aufnahme machte.
Ganz in Gelb und moderat aufgebrezelt: Mercedes Actros L aus dem Fuhrpark der im Sauerland ansässigen Mönig Spedition aus Meschede-Enste auf der B 7 nahe Brilon.
Immer wieder begegneten mir die ansprechend lackierten Iveco-S-Way-Kippsattelzüge der Firma Transportbeton A.Potthoff aus Rosendahl-Osterwick im Hochsauerland, hier auf der B 63.
Ebenfalls auf der B 63 unterwegs: MAN TGX als Lang-Lkw der Spedition Scharf aus Ostercappeln im Osnabrücker Land.
Die Firma Janke Baustoffe und Transporte aus Steinheim in Westfalen mit einem DAF XD Kippsattelzug auf der B 7 östlich von Brilon.
Besonders aufwendig foliert: ein Mercedes Actros ProCabin auf der B 63. Er gehört zum Fuhrpark der Firma Bekker Transporte & Logistik aus Emmerich am unteren Niederrhein, nahe der niederländischen Grenze.
Aus der Region Stuttgart kam der MAN-TGX-Silozug der Spedition Hörz mit Sitz in Erkenbrechtsweiler. Er begegnete mir auf der A 46 in östlicher Richtung.
Allmählich ein Oldtimer: Der Mercedes SK 1844 4x4 der letzten Bauform wurde bis 1997 gebaut. Das Foto nahm ich in Brilon auf.
MAN-TGS-Kippsattel auf der A 46 in östlicher Richtung nahe Neheim-Hüsten. Der Entsorgungsfachbetrieb Neuhaus aus Hagen, einem der Tore zum Sauerland, übernimmt Transporte rund um den Bau.
Auch langsam eine Seltenheit: Mercedes Actros der dritten Generation von 2009 auf der B 63.
Das Transportunternehmen Hermann Beiermann junior (HBF) hat seinen Sitz in Bad Wünnenberg-Fürstenberg am nordöstlichen Rand des Sauerlands. Der MAN-TGX-Tanksattelzug begegnete mir bei regnerischem Wetter auf der der B 7 östlich von Brilon.
Iveco S-Way der Spedition M. Maulhardt GmbH aus dem nordthüringischen Leinefelde-Worbis auf der B 7 nahe Brilon.
Noch ein Mercedes Actros der dritten Generation, diesmal als Kipper mit Zentralachs-Anhänger auf der B 7 östlich von Brilon. Das Familienunternehmen Bernhard Mühlenbein aus Brilon liefert seit 1951 Kalksteinprodukte aus dem Sauerland.
Mit ausgefallener Lackierung auf der B 7 unterwegs: MAN-TGX-Kippsattelzug der Firma Holger Heisiph aus Brilon.
Mercedes Arocs auf der B 7 östlich von Brilon. Betreiber des Kippers ist die Firma TS-Bau, das Kennzeichen lässt auf den Hochsauerlandkreis schließen. Wer mehr weiß, möge sich per E-Mail melden …
Vom Arbeitsleben gekennzeichnet: Iveco Stralis Kippsattelzug vom Pegamax-Mineralservice auf der B 480 nahe Brilon. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Anröchte im Südosten des Kreises Soest. Aufgrund seiner Lage wird auch diese Gemeinde oft als das Tor zum Sauerland bezeichnet.
Der Mercedes Actros ProCabin gehört nach einiger Anlaufzeit inzwischen zum Straßenbild. Die Klagen über die angebliche Ähnlichkeit zu Waschmaschinen verstummen allmählich, denn man gewöhnt sich an das aerodynamische Design. Die Prüstel Spedition aus Callenberg im sächsischen Landkreis Zwickau betreibt neben einigen eActros auch Elektro-Lkw von Volvo. Das Foto entstand auf der B 63.
Auf der B 63 begegnen einem immer wieder Lastzügen aus den nahegelegenen Benelux-Ländern. Ein Beispiel ist der gelungen lackierte Volvo FH Aero aus Luxemburg. Er gehört zum Fuhrpark des Logistik- und Transportunternehmens Weyma aus Weiswampach.
Natürlich sind auch viele niederländische Speditionen im Sauerland unterwegs Das Foto zeigt einen DAF XF der Generation von 2017 aus dem Fuhrpark von Sipma Transport aus Marwijksoord auf der B 63.
Der gepflegte Mercedes-Arocs-Kippsattelzug des Transport- und Baustoffhandels-Unternehmens Rudolf Döbber aus Warstein, Ortsteil Belecke, kam mir auf der B 7 entgegen.
Der MAN-TGS-Kipper aus der Generation von 2013 fuhr auf der Stiepeler Straße seinem Ziel entgegen. Er gehört zum Fuhrpark der Firma Meinolf Driller GmbH, deren Aufgabengebiete sich von Abbruch und Recycling über Garten- und Landschaftsbau bis zu Straßen- und Tiefbau erstrecken.
Kippsattelzüge von Mimberg sind in vielen Teilen Deutschlands ein gewohnter Anblick. Auf der Stiepeler Straße oberhalb von Herdringen fuhr mir dieser Actros-Kippsattelzug vor die Linse, malerisch mit einem blühenden Rapsfeld im Hintergrund.
Im dichten Verkehr auf der B 63 war dieser Volvo FH aus der Generation von 2020 unterwegs. Er gehört zum Fuhrpark der Schöttler GmbH aus Bocholt, deren Kompetenzen in Abbruch, Erdbewegung, Recycling, Schadstoffsanierung und Transport liegen.
Gut, dass ich manchmal im Regen fotografieren konnte, denn zu meinen bevorzugten Motiven gehören Lastwagen, die Staubwolken erzeugen oder eben bei Nässe wunderbare Sprühnebel aufwirbeln. Das tat der Mercedes Actros mit Silo-Auflieger der Wübken GmbH & Co. KG, die Handel mit Futtermitteln für die Landwirtschaft treibt. Das Foto entstand auf der B 7 östlich von Brilon.
Die Firma C. Habrock Baustoffhandel & Transporte GmbH hat ihren Sitz in Warendorf im Münsterland. Den MAN TGX der Generation von 2016 konnte ich auf der Zufahrt zu einem Steinbruch oberhalb von Herdringen fotografieren, Sprühnebel inbegriffen.
Der für den Verteilerverkehr konzipierte Ford F-Line von 2024 ist in Deutschland selten, im Gegensatz zum F-Max, der inzwischen häufig anzutreffen ist. Die Spedition Huckschlag hat ihren Sitz in Fröndenberg, Kreis Unna, einem weiteren „Tor zum Sauerland“. Das Unternehmen wirbt mit wirbt mit „Logistik, Versand & Fulfillment“. Das Foto habe ich auf der B 63 gemacht.
Der Mercedes Actros der zweiten Generation von 2002 ist heute ein seltener Anblick. Umso mehr habe ich mich über den gepflegten Kipper des Bauunternehmens Neufeld gefreut, der mir auf der B 480 begegnete. Die Firma hat ihren Sitz in Willebadessen zwischen Kassel und Paderborn.
Der Iveco „New Stralis TCO2 Champion“ kam 2016 heraus. Nicht nur durch die ansprechende Sonderlackierung hob er sich vom Stralis ab, sondern er warb auch mit niedrigeren Betriebskosten und verbesserten Abgaswerten. Sehr häufig sieht man ihn nicht, deshalb war ich erfreut, dieses Exemplar auf der B 7 nahe der Auffahrt zur A 46 zu erwischen.
Die Mooij Forwarding & Logistics B.V. aus dem niederländischen Werder operiert auch in Deutschland und Polen. Der extravagant gestylte Scania Next Gen mit polnischer Zulassung begegnete mir auf der B 7.
Am Übergang zwischen dem Sauerland, dem Münsterland und dem Ruhrgebiet liegt Werl, der Sitz der Firma Werneke Logistic. Der Mercedes Actros ProCabin war auf der B 63 unterwegs, als er mir vor die Linse fuhr.
LTB steht für Lippstädter Transportbeton. Das Unternehmen mit Sitz in Lippstadt im nördlichen Sauerland wirbt mit seinem Fahrmischer- und Kipperfuhrpark mit insgesamt mehr als 30 Fahrzeugen sowie Betonpumpen. Der MAN TGS war auf der B 7 östlich von Brilon unterwegs, als ich ihn fotografierte.
Die Teunhof GmbH beschäftigt sich mit Fahrbahnsanierung, dem Fräsen und Angleichen von Straßenoberflächen. Der von einem Mercedes Actros gezogene Auflieger befördert eine Kaltfräse, mit der Asphalt-, Beton- oder Schotterschichten verschiedener Dicke abgetragen werden können. Das Foto habe ich auf der B 63 geschossen.
Ebenfalls auf der B 63 kam dieser Volvo FH der Generation von 2020 daher, als ich mich dort aufhielt. Betreiber ist die Frachtenvermittlung Mainfranken (FLM) aus Dettelbach im Bundesland Bayern.
Genau wie dieser Beitrag begonnen hat, so endet er auch – mit einem Sattelzug von Beton Potthoff, nur ist diesmal kein Kipper zu sehen, sondern ein sogenannter Euter-Silo, bei dem die Zementladung mittig nach unten entleert wird. Zugfahrzeug ist ein IVECO S-Way, Aufnahmeort die B 63.

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