Italienische Omnibusse der 1950er- und 1960er-Jahre – Teil 1

Nichts schien unmöglich – Karosseriebau in einer Zeit voller Kreativität

Der Formenreichtum im Automobilbau der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg fasziniert viele Oldtimerfreunde. Auch im Nutzfahrzeugbau, insbesondere bei Omnibussen, wird deutlich, wie viel Fantasie, Stilempfinden und handwerkliches Können im Karosseriebau der 1950er Jahre steckte. Besonders in Südeuropa scheute man damals keine Mühe, Omnibus-Karosserien perfekt in Szene zu setzen. In diesem Beitrag stellen wir einige italienische Bus-Kreationen vor, die mit ihrem harmonischen Erscheinungsbild überzeugen. Nicht umsonst gehören italienische Karosserie-Designer weltweit zu den berühmtesten.

Dass es bei Truckinfocus.com um das Thema Lkw geht, ist klar. Aber Ausflüge in die automobile Nachbarschaft müssen erlaubt sein. Deshalb haben wir wieder einmal einen Beitrag über Omnibusse zusammengestellt und uns dabei Italien zugewandt. Dort wurden die Aufbauten nahezu ausschließlich von externen Karosseriebaufirmen hergestellt, denn die großen Nutzfahrzeughersteller Alfa Romeo, Fiat, Lancia und OM beschränkten sich auf die Bereitstellung von Chassis mit Motoren. Die Aufgabe, daraus technisch und optisch anspruchsvolle Busse zu machen, oblag den Karosseriebauern.

In diesem Beitrag stellen wir einige Stadt- und Reisebusse aus Italien vor, wie sie in den 1950er- und 1960er-Jahren dort unterwegs waren. Bemerkenswert ist die frühe Abkehr von Motorhauben, denn in anderen Ländern ist man erst später vollständig zur Frontlenkerbauweise übergegangen. Möglicherweise führte die Topografie Italiens mit ihren engen, kurvenreichen Straßen dazu, dass man dort früher erkannte, dass ein Bus umso leichter zu manövrieren ist, je kürzer er ist. Die Tatsache, dass viele Busse rechtsgesteuert waren, diente damals der Sicherheit. Der Fahrer hatte den rechten Straßenrand im Blick und Überholmanöver kamen auf Italiens Straßen nur selten in Betracht.

Sozusagen als Vorwort beginnt unser Beitrag mit zwei Fotos aus der Vorkriegszeit, die bei der Materialzusammenstellung in unserem Archiv auftauchten und die uns so bemerkenswert erschienen, dass wir sie unseren Lesern nicht vorenthalten wollten.

Mit diesen vier Absätzen ist zum Thema genug gesagt. Alle weiteren verfügbaren Informationen sind in den Bildtexten enthalten. Leider waren die Karosseriehersteller von vier Bussen nicht zu ermitteln. Falls du Informationen hast, die uns weiterhelfen, klicke bitte hier und sende uns eine E-Mail!

In diesem Beitrag beginnen wir mit einem der außergewöhnlichsten Busse, die es je in Europa gab. Der Lancia Omicron wurde von 1927 bis 1936 in rund 600 Exemplaren gebaut, darunter auch zweiachsige Versionen. Vom Zweieinhalbdecker, wie dem hier abgebildeten Dreiachser mit neun Tonnen Leergewicht, soll es etwa 60 Stück gegeben haben. Unklar ist, welcher Aufbauhersteller das Monstrum karossiert hat, wahrscheinlich war es Macchi in Varese. Der extrem lange und hohe Bus mit 86 Sitzplätzen verkehrte zwischen Rom und Ostia sowie nach Tivoli, zwei Orten im Umland der italienischen Metropole. Angeblich waren noch nach 1944, dem Jahr, in dem der Zweite Weltkrieg für Italien beendet war, einige Exemplare des Omicron-Zweieinhalbdeckers im Einsatz.
Ein weiterer Bus aus der Vorkriegszeit ist dieser FIAT 656 RNA 12, der im Stadtverkehr von Palermo mit seinem 115-PS-Motor mit maximal 52 Stundenkilometern unterwegs war. Die Bauzeit des Dreiachsers ist mit 1939 bis 1943 angegeben, das Foto entstand etwa 1943, die Scheinwerfer sind mit Tarnkappen versehen, zum Schutz vor nächtlichen Fliegerangriffen.
So reiste die elegante Welt in Italien – jedenfalls vermittelt die Grafik auf dem Titelblatt dieses Alfa-Romeo-Prospekts diesen Eindruck. Beworben wurde der Autobus vom Typ 430 A, der von 1948 bis 1953 erhältlich war. Sein 80-PS-Motor mit 5.816 Kubikzentimetern Hubraum machte ihn 77 Stundenkilometer schnell. Es gab Versionen für den Stadt-, Regional- und Fernreiseverkehr.
Dieser Bus, der im Stadtverkehr von Novara in der Provinz Piemont im Einsatz war, gehört zu den wenigen, deren Aufbauhersteller wir nicht ermitteln konnten. Möglicherweise hat FIAT ihn selbst karossiert. Immerhin ist der Bustyp bekannt: es handelt sich um einen FIAT 672 RN mit dem 123-PS-Motor vom Typ 368. 100 Personen konnten mit dem Zwölf-Meter-Bus befördert werden. Im Hintergrund ist die der Turm der Basilika San Gaudenzio zu sehen, das Wahrzeichen von Novara.
Auf den Prospekttiteln von 1949 werden links der FIAT 626 RNL und der 666 RN beworben. Die Busse unterscheiden sich durch ihre Länge (7,4 bzw. 9 Meter) und ihre Motoren (Typ 326 mit 70 PS bzw. Typ 366/45 mit 113 PS). Auch das Kopfbild zu diesem Beitrag zeigt Busse dieser Typen. Daneben ist ein Alfa-Romeo-Stadtbus vom Typ 140 A zu sehen, der 105 Personen befördern konnte, davon 28 auf Sitzplätzen. Der Dreiachser war mit einem Sechszylinder-Dieselmotor ausgerüstet, der 150 PS leistete.
Der Alfa Romeo 140 A war in den 1950er-Jahren in Italien weit verbreitet und gehörte zum Standard vieler Verkehrsbetriebe. Seine Karosserie stammte von SIAI Marchetti, einem Unternehmen, das 1915 in Mailand unter dem Namen Società Idrovolanti Alta Italia (SIAI) gegründet wurde und zunächst Flugzeuge herstellte. 1922 trat Alessandro Marchetti seine Stelle als neuer Chefingenieur an und prägte die Arbeit des Unternehmens für lange Zeit maßgeblich. Im Internet ist nichts über den Omnibusbau von SIAI Marchetti zu finden. Im Buch „Storia illustrata dell’Autobus Italiano” ist jedoch zu lesen, dass sich das Unternehmen in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Omnibusbau konzentrierte. Diesen Schritt vollzogen auch andere italienische Flugzeugbauer.
Der zweiachsige Alfa-Romeo-Bus 450 A basierte auf einem Lkw-Modell mit gleicher Typenbezeichnung. Er erfreute sich großer Beliebtheit bei den Betreibern und verkaufte sich gut. Sein Vierzylinder-Dieselmotor mit 6330 Kubikzentimetern Hubraum leistete 90 PS. Je nach Einsatzbereich betrug die Anzahl der Sitzplätze bis zu 42.
Offensichtlich diente dieses Foto dem Grafiker als Vorlage für die darüber dargestellte Prospektillustration. Der Alfa Romeo 450 A konnte vom Hersteller als Chassis mit Motor erworben werden. Das auf dem Foto abgebildete Exemplar wurde von der Firma Carrozzeria Barbi mit einer Bus-Karosserie versehen. Auffällig sind neben dem stimmig geformten Kühlergrill insbesondere die leicht hervorgehobenen Kotflügel. Galileo Barbi gründete seine Werkstatt im Jahr 1905 in Concordia Sagittaria (in der Nähe von Modena) als Hersteller von Pferdekutschen. 1927 zog er nach Mirandola um. Ab den 1920er Jahren baute Barbi Karosserien für Autos der Marken Fiat und Alfa Romeo. Ab 1931 fokussierte sich das Unternehmen auf Nutzfahrzeuge und Autobuskarosserien mit Stahlrahmen. Heute firmiert das Unternehmen als Barbi Coach & Bus srl in Mirandola und vertreibt Busse und Ersatzteile.
Der Alfa Romeo vom Typ 900 A wurde von 1950 bis 1956 gebaut. Der genaue Bauzeitraum des Lancia Esatau-P ist nicht bekannt. Auf beiden Werbeprospekten sind karossierte Chassis zu sehen, deren Aufbauten je nach Kundenwunsch von unterschiedlichen Aufbauherstellern stammten.
Es ist offensichtlich, dass auch diese Aufnahme dem Grafiker als Vorlage für den darüber abgebildeten Prospekt diente. Die mit viel Chrom verzierte Karosserie des Alfa Romeo 900 A mit dem offenen Sonnendach wurde von der Firma Fratelli Macchi angefertigt. Das Unternehmen wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts in Varese von den Brüdern Giovanni und Agostino Macchi gegründet und war ursprünglich auf die Reparatur und den Bau von Anhängern und Pferdeomnibussen spezialisiert. 1905 investierten die Söhne der Gründer in neue Technologien zur Herstellung von Karosserien. In den folgenden Jahrzehnten entstanden zahlreiche Karosserien für Busse auf den Fahrgestellen aller italienischen Nutzfahrzeughersteller sowie ausländischer Unternehmen wie Büssing aus Deutschland. Das Prinzip des Gelenksystems für Busse geht auf das Konstruktionsbüro Macchi zurück; die Patentanmeldung dafür erfolgte 1934. Die Tätigkeit des Unternehmens endete 1975 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten in der italienischen Buskarosseriebranche durch Insolvenz.
Dieser Lancia Esatau-P von 1950 stammt von C.A.B. (Cantieri Aeronautici Bergamaschi) aus Ponte San Pietro in der Provinz Bergamo. Das Unternehmen wurde 1920 unter dem Namen Airone gegründet, nahm 1927 den neuen Namen an und wurde 1929 Teil der Caproni-Gruppe. Es wurden mehrere berühmte Flugzeuge hergestellt, darunter die Ca.309 „Ghibli”. Am Ende des Zweiten Weltkriegs geriet die gesamte Caproni-Gruppe aufgrund fehlender Aufträge in eine Krise. Daher versuchte man es mit einer Umstrukturierung, die alle Unternehmen der Gruppe betraf. Bei C.A.B. wurden die qualifizierten Blechbearbeiter für den Bau von Karosserien für Omnibusse und Krankenwagen eingesetzt. Dieser Versuch war jedoch nicht erfolgreich. Nachdem alle Kredite verbraucht waren, wurde die Caproni-Gruppe nach und nach liquidiert. C.A.B. schloss im Jahr 1954.
Diese Karosserie ist ein ganz besonderes Schmuckstück. Unter dem stromlinienförmigen Omnibus-Aufbau verbirgt sich ein Alfa Romeo 800 A. Der Karosseriehersteller war die Firma Ambrosini & Botta aus Bizzozero in der Provinz Varese. Die Inhaber waren Giuseppe Botta sowie Alessandro und Luigi Ambrosini. Die Produktion konzentrierte sich hauptsächlich auf Busse, aber auch Flugzeuge sowie Sportwagen mit Fahrgestellen und Motoren der wichtigsten Automobilhersteller wurden karossiert. Das Unternehmen war von 1911 bis 1954 aktiv.
Die Firma Bianchi wurde 1885 von Eduardo Bianchi in Mailand gegründet. Zunächst wurden Fahrräder repariert, bald darauf auch konstruiert. Ab 1905 begann das Unternehmen auch mit der Automobilproduktion. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Werk durch Bomben zerstört. Als es 1946 wieder instand gesetzt war und die Produktion wieder anlaufen sollte, verunglückte Edoardo Bianchi tödlich bei einem Autounfall. Man versuchte, mit der Konstruktion von Autos und Bussen Marktanteile zu gewinnen, doch als Kraftfahrzeughersteller konnte sich das Unternehmen nicht lange behaupten. Das führte 1955 zur Kooperation mit Fiat und Pirelli unter der Marke Autobianchi. 1980 verlor das Unternehmen seine Eigenständigkeit und wurde Teil der Piaggio-Gruppe.
Dieses Foto eines Bianchi-Busses des Modells Andax aus dem Jahr 1952 zeugt von den Bemühungen der Firma Bianchi, in den 1950er-Jahren im Omnibusbereich Fuß zu fassen. Das Fahrgestell und der 84-PS-Motor stammten von Bianchi, der eher schlicht gehaltene Aufbau wurde von dem Karosseriehersteller Carrozzeria Gaetano Borsani & C. mit Sitz in Cornaredo bei Mailand angefertigt. Das Unternehmen produzierte von 1922 bis etwa 1986 Bus-Aufbauten und Anhänger und arbeitete dabei eng mit Chassis-Herstellern wie Isotta Fraschini, OM und FIAT zusammen. Neben normalen Bussen entstanden bei Borsani auch spezielle Fahrzeuge wie Bus-Sattelauflieger für den Betrieb auf Flughäfen.
Dieser Kleinbus basiert auf einem Transporter der Marke FIAT mit der Modellbezeichnung 615 N. Es gab ihn ab 1951, und ab 1953 wurde eine Version als Fahrgestell für Bus-Aufbauten angeboten. Welcher Hersteller die schnuckelige Karosserie mit vermutlich elf Sitzplätzen angefertigt hat, konnten wir leider nicht herausfinden.
Dieser 17,5 Meter lange Gelenkbus von 1953 mit einem Triebwagen-Fahrgestell des Typs 680 RN von FIAT konnte 90 Fahrgäste plus Fahrer und Schaffner aufnehmen. Der Hersteller von Anhänger und Aufbau war die Firma Stanga (Officina Meccanica della Stanga) aus Padua. Das Unternehmen wurde 1949 von den Brüdern Gianfranco, Sandro und Camillo Stanga gegründet und produzierte Straßenbahnwagen und Busse sowie in Lizenz auch Lastkraftwagen, beispielsweise von MAN. Stanga war bis in die 1980er Jahre aktiv, hörte aber 1993 als eigenständige Firma auf zu existieren, als das Unternehmen in das Firema-Konsortium integriert wurde. Infolge einer Unternehmenskrise schlossen die paduanischen Werke im Jahr 2003 endgültig, wodurch 280 Mitarbeiter arbeitslos wurden.
In beiden OM-Prospekten von 1955 wird der OM Super Taurus beworben: links als Stadt- und rechts als Reisebus. Welche Firma die abgebildeten Karosserien hergestellt hat, ist nicht bekannt.

 

Diese Aufnahme zeigt einen Lancia Esatau P aus dem Jahr 1955 mit vorne liegend eingebautem 132-PS-Unterflurmotor vom Typ Lancia V10. Die Karosserie des Stadtbusses stammte von der Firma Carrozzeria Garavini aus Turin. Das Unternehmen war von 1914 bis 1957 aktiv. Der Gründer Eusebio Garavini arbeitete zuvor bei einem Eisenbahnwaggon-Hersteller und anderen Karosserie-Herstellern. Er spezialisierte sich auf den Bau von Omnibus-Aufbauten. Während des Zweiten Weltkriegs baute er im Auftrag des italienischen Staats auch Militärfahrzeuge mit Elektroantrieb. Nach seinem Tod im Mai 1947 übernahmen die Söhne Aldo und Sergio den Betrieb. Jedoch konnte sich das Unternehmen nicht dauerhaft etablieren. 1957 wurde es vom Konkurrenten Officine Viberti übernommen.
Auf dem Turiner Automobilsalon im Jahr 1955 präsentierte Macchi zwei selbsttragende Reisebusse mit Trieb- und Fahrwerksteilen von Büssing in Unterflur-Anordnung. Die Busse trugen die Typenbezeichnungen Macchi-Büssing 4500 T bzw. 6500 T.
Der kleine Omnibus Beta Diesel von Lancia stammt aus dem Jahr 1955. Sein Zweizylinder-Zweitakter leistete 41 PS. Die Karosserie des Zwei-Tonnen-Busses stammte von der 1845 gegründeten Firma Carrozeria Varesina aus Varese in der Lombardei. In den ersten Jahren stellte man Kutschen her und richtete Waggons für Staatsoberhäupter ein. Mit der Motorisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts spezialisierte sich das Unternehmen auf Karosserien für Autos und die ersten Busse. Während des Ersten Weltkriegs erlitt das Unternehmen schwere Schäden. Mit großen Schwierigkeiten nahm es seine Tätigkeit wieder auf. Alle italienischen Hersteller wie Itala, Isotta Fraschini, Alfa Romeo, Fiat, OM und sogar ausländische Hersteller ließen dort Luxusautos karossieren. Anfang der 1920er Jahre gab man jedoch den Automobilbau auf, um sich auf den Bau von Nutzfahrzeug-Karosserien, vor allem von Luxus- und Reisebussen, zu konzentrieren. Ende der 1960er Jahre stellte das Unternehmen seine Tätigkeit ein.
Auch diesen um 1955 von Macchi karossierten Lancia Esatau-P trieb der vorne liegend eingebaute Lancia-Unterflurmotor vom Typ V 10 mit 132 PS an.
Der Alfa Romeo vom Typ Romeo 2 war 1958 mit einem Vierzylinder-Motor mit 1290 Kubikzentimetern Hubraum und 37 PS oder alternativ mit einem Zweizylinder-Dieselmotor mit 1158 Kubikzentimetern Hubraum und 31 PS erhältlich. Der Aufbau des abgebildeten Kleinbusses stammt von der Firma Carrozzeria Boneschi aus Cambiago in der Lombardei. Das 1919 gegründete Unternehmen baute zunächst überwiegend Karosserien auf Lancia-Personenwagen. Der italienische Staat war Abnehmer der „Ministeriale“-Version der Astura-Limousine. Anfang der 1960er Jahre wurde das Unternehmen von der Fiat-Tochter Carrozzeria Savio übernommen und konzentrierte sich fortan auf Bus- und Nutzfahrzeugaufbauten sowie Krankenwagen und gepanzerte Geldtransporter. Im Jahr 2006 wurden die Anlagen in Cambiago verkauft. Der Markenname Boneschi besteht heute noch und gehört zur Savio-Gruppe, die wiederum zur Omnia Holding gehört.
Dieser Alfa Romeo 902 AS aus dem Jahr 1958 mit einem im Heck stehenden 130-PS-Motor und 9.500 Kubikzentimetern Hubraum war in der Formensprache US-amerikanischer Pkw karossiert. Die aufwendige Front- und Dachrandverglasung sowie die gesamte Frontpartie waren mit Sicherheit nicht ganz billig. Hersteller der Karosserie war De Simon. Das Unternehmen wurde 1925 von Giovanni De Simon in Osoppo in der Provinz Udine als Karosseriehersteller für Busse gegründet. 1976 erlitt es durch das Friaul-Erdbeben schwere Schäden, wurde aber unter der Führung von Ilvo De Simon wiederaufgebaut. Seit 2006 hat sich die Firma auf die Produktion und den Vertrieb von Ersatzteilen sowie auf die Reparatur, Wartung und den Umbau von Bus- und Truck-Karosserien spezialisiert.
Das letzte Foto des ersten Teils unseres Beitrags über italienische Busse der 50er- und 60er-Jahre zeigt einen weiteren Alfa Romeo vom Typ 902 AS mit 130-PS-Motor im Heck. Der Bus wurde von der 1949 in Modena gegründeten Firma Autodromo karossiert. In den ersten Jahren war Autodromo (Carrozzeria Autodromo Modena) eine Reparaturwerkstatt für Automobile. Der Übergang zum Karosseriehersteller erfolgte schrittweise. In den 1950er Jahren baute Autodromo zunächst einige Karosserien für Rennsportwagen. Ab etwa 1960 produzierte das Unternehmen vor allem Aufbauten für Stadtbusse, die unter dem Namen CAM vermarktet wurden. In den späten 1990er Jahren geriet Autodromo in wirtschaftliche Schwierigkeiten, existierte aber noch bis 2003.

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